EPOS-Studie beim Kongress der Deutschen Gesellschaft für Soziologie vorgestellt
Wie kann die Energiewende in Bürger*innenhand diverser und inklusiver gestaltet werden? Mit dieser Frage beschäftigt sich die Studie „Diversity in energy transition: a multi-case study on DIY solar energy in Germany“, die im Rahmen des Forschungsprojekts EPOS entstanden und 2026 in der Fachzeitschrift Frontiers in Sociology veröffentlicht wurde.
Auf dem Kongress der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS) wurde die Studie nun vorgestellt und mit Wissenschaftler*innen aus unterschiedlichen soziologischen Forschungsfeldern diskutiert.
Die Studie im Fokus
Die Studie untersucht sechs Initiativen im Bereich DIY-Solarenergie in Deutschland und fragt danach, wie diese mit Geschlechterdiversität und sozialer Gerechtigkeit umgehen. Dabei zeigt sich: Viele Initiativen haben ein ausgeprägtes Bewusstsein für Diversität und formulieren ambitionierte Ziele für eine inklusivere Energiewende. Die Umsetzung im organisationalen Alltag wird jedoch häufig durch begrenzte Ressourcen, organisatorische Rahmenbedingungen und bestehende soziokulturelle Barrieren erschwert.
Ein zentrales Ergebnis der Studie ist daher die Unterscheidung zwischen reflexiver und performativer Inklusion: Es macht einen Unterschied, ob Vielfalt und Ausschlüsse thematisiert werden oder ob sich diese Überzeugungen auch in konkreten Praktiken, Organisationsstrukturen und Entscheidungsprozessen niederschlagen.
Die Analyse zeigt zudem, dass patriarchale Normen und Männlichkeitsbilder auch in progressiv ausgerichteten Bürger*innen-Energieinitiativen fortbestehen können. Technische Kompetenz, Autonomie und Kontrolle sind teilweise weiterhin eng mit bestimmten Vorstellungen von Männlichkeit verbunden. Damit können Ausschlüsse reproduziert werden, obwohl Diversität und Gleichberechtigung ausdrücklich als wichtige Ziele anerkannt werden.
Fachlicher Austausch
Die Vorstellung auf dem DGS-Kongress bot die Gelegenheit, diese Ergebnisse mit einem breiteren soziologischen Publikum zu diskutieren und gemeinsam darüber nachzudenken, wie aus dem Anspruch auf eine diverse Energiewende tatsächlich inklusive Strukturen und Praktiken entstehen können.
Die vollständige Studie ist Open Access in Frontiers in Sociology erschienen und kann kostenlos gelesen werden:
Schwickert, S., Jaeger-Erben, M., Preis, A. & Tscherkaschin, J. (2026): „Diversity in energy transition: a multi-case study on DIY solar energy in Germany“.
https://www.frontiersin.org/journals/sociology/articles/10.3389/fsoc.2026.1821513/full
