Zweiter Energiedemokratie-Stammtisch: „Energiekrise 2.0 – Fossile Energien minimieren durch grüne Bürger:innen-Energie“
Am 20.05.2026 hat WECF gemeinsam mit der BENG eG den zweiten Energiedemokratie-Stammtisch durchgeführt. Diesmal zum Thema „Energiekrise 2.0 – Fossile Energien minimieren durch grüne Bürger:innen-Energie“.
Der Stammtisch ist Teil der Intervention Feministisches Reallabor, mit dem WECF die Energiegenossenschaft BENG eG für ein Jahr begleitet. In diesem Zuge hat WECF neben dem ersten Stammtisch bereits zwei Online-Austäusche durchgeführt und will vor allem junge Menschen, Frauen und TINA* für die Bürger:innen-Energie begeistern.
Beim Stammtisch wurde sich folgenden Fragen gewidmet: Was sind die aktuellen politischen Entwicklungen, welche Risiken bergen fossile Abhängigkeiten auch in der Zukunft und welche Vorteile und Auswege bietet grüne Bürger:innen-Energie in diesem Kontext?
Im Fokus der Diskussion standen drei Aspekte:
Die sogenannte “Dunkelflaute”
Skeptiker:innen hinterfragen, ob Erneuerbare Energien die Dunkelflaute abdecken können, also eine Phase, in der weder der Wind weht noch die Sonne scheint. Tatsächlich ergänzen sich Windenergie und PV im Jahresverlauf gegenseitig, bzw. Biomasse, Geothermie und Wasserkraft Sorgen bei jeder Wetterlage für verlässliche Energie. In seltenen Fällen hält eine Dunkelflaute länger als 48 Stunden an, in Deutschland im Schnitt zwei Mal im Jahr. Für solche Fälle gibt es aber auch einige Lösungen, die in Deutschland mittels der Erneuerbaren Energien umgesetzt werden können. Durch mehr Investition in Speichertechnologien oder durch Sektorenkopplung.
Die Energiewende nimmt die Bürger:innen nicht genug mit
Oft werden Nachhaltigkeit und soziale Gerechtigkeit gegeneinander ausgespielt. Und es stimmt – nicht alle Menschen nehmen gleichermaßen an der Energiewende teil. Wer Wohneigentum besitzt, über ausreichend Vermögen oder Zeit für Engagement verfügt, hat es deutlich leichter, um sich z.B. eine PV-Anlage auf das eigene Dach zu installieren. Gerade Mieter:innen, Geringverdiener:innen und alte Menschen werden durch fehlende (staatliche) Unterstützung und hohe Heizkosten belastet und von der Energiewende ausgeschlossen. Aber: Die Energiewende hat in Deutschland eine hohe Akzeptanz, ca. 80% der Bürger:innen unterstützen sie. Und es gibt viele tolle Mitmachmöglichkeiten, z.B. 1000 Energie-Genoss:innenschaften, gestaltet von und für Bürger:innen.
Das neue Gebäudemodernisierungsgesetz und der Schutz der Verbraucher:innen
Stand Mai 2026 hat die Regierungskoalition aus CDU und SPD das neue Gebäudemodernisierungsgesetz verabschiedet, mit dem der Einbau neuer Gas und Ölheizungen wieder möglich ist. Dieses verpflichtet außerdem zu einer gleichmäßigen Aufteilung der Kosten zwischen Mieter:innen und Vermieter:innen. Dadurch soll eine zu hohe Umlage auf die Mietkosten vermieden werden. Allerdings sind Öl- und Gasheizungen langfristig keine günstige Alternative, und keine ökologische. Vor allem aufgrund der steigenden Kosten für das Gasnetz, des europäischen Emissionshandels und der Umsetzung der „Grüngasquote“ kann davon ausgegangen werden, dass die Betriebskosten für Gasheizungen in Zukunft stark ansteigen werden.
Danke an alle Teilnehmenden für die anregende Diskussion und das Engagement für die Bürger:innen-Energie!
Hast du Lust, mehr über das Projekt zu erfahren oder an einer Veranstaltung zum Thema Energiedemokratie in München teilzunehmen? Dann melde dich gerne bei unserer WECF-Ansprechpartnerin kiara.groneweg@wecf.org
Quellen
BUND (2026). Zwischen Abhängigkeit und Verwundbarkeit: Gas als sicherheitspolitisches Risiko, https://www.bund.net/fileadmin/user_upload_bund/publikationen/klimawandel/Gas-Energiesicherheit-BUND-2026.pdf
Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft e.V. (BNW) (o.J.). Mythen enlarven, Fortschritt ermöglichen: Fakten zur Energiewende in Deutschland, https://www.bnw-bundesverband.de/mythen-entlarven-fortschritt-ermoeglichen-fakten-zur-energiewende
Tagesschau (2026). Koalition einigt sich auf Kostenbremse für Mieter, 30.04.2026, https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/einigung-gebaeudemodernisierungsgesetz-100.html
Foto: WECF
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